Entstehung und Entwicklung des Vereins

Der Verein Sonnenfahrt Göttingen e. V. wurde 1987 vom Hautarzt Dr. Kölmel und einigen energieinteressierten Bürgern gegründet. Ziel des Vereins war es, die umweltschonende Fortbewegung mittels Elektrofahrzeugen zu fördern und gleichzeitig den Bürger auf die unerschöpfliche Verfügbarkeit regenerativer Energien hinzuweisen. Dr. Kölmel war durch seine berufliche Tätigkeit (Melanomforschung) insbesondere an der "positiven" Nutzung der Solarenergie interessiert. Er installierte als einer der Ersten in Göttingen 1989 offiziell eine Solaranlage auf sein Hausdach. 1990 wurde eine Reihe neuer Mitglieder und Interessierter im Zusammenhang mit einem vom Verein organisierten Bürgerforum für das erste öffentliche Solarkraftwerk in Niedersachsen für eine Mitarbeit im Verein Sonnenfahrt gewonnen. Die Spendengelder Göttinger Bürger ermöglichten 1993 die Erstellung einer 5 kW Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Göttinger Schule. In den wöchentlich stattfindenden "Solarsitzungen" der ehrenamtlichen Mitglieder wurden eine Reihe weiterer Projekte organisiert. So führte der Verein jährliche "Energielehrtage" durch, bei denen Göttinger Bürger vor Ort Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung besichtigen und mit den Betreibern der Anlagen ins Gespräch kommen konnten. Seit 1995 wurden jährliche Podiumsdiskussionen zu  verschiedenen ökologischen Fragestellungen organisiert (z.B. Netzrückkauf durch die Göttinger Stadtwerke; Einspeisevergütung; Liberalisierung des Strommarktes - Chance oder Katastrophe?).

Im Kontext der jahrelangen Beschäftigung mit dem Themenfeld "Nachhaltige Entwicklung" kristallisierte sich heraus, daß die dringend notwendige Veränderung der Stromerzeugung hin zu regenerativen, dezentralen Strukturen nicht ohne eine Demokratisierung der Energieerzeugung möglich ist. Dies schließt eine politische Willensbildung automatisch ein.

1999 trafen sich die aktiven Mitglieder des Vereins Sonnenfahrt, des EnergieWendekomitees Göttingen sowie weitere Interessierte aus der Region, um die Möglichkeiten des Aufbaus eines regionalen Energiekreislaufes zu diskutieren. Nach Durchführung einer Podiumsveranstaltung mit hoher Resonanz bei Göttinger Bürgern wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet. Diese erarbeitete ein Konzept, wie die Förderung regionaler Energieerzeugung mit der Liberalisierung des Strommarktes zu verbinden ist. Ziel einer Initiative mit Erfolgsaussichten mußte es sein, die an ökologischem Strom interessierten Bürger mit denen zusammenzubringen, die neue Anlagen in der Region erstellen wollen, aber ohne eine zusätzliche Förderung nicht finanzieren können.

So entstand 1999 die REINSTROM ArbeitsGemeinschaft. Im regen Austausch mit bereits am Strommarkt agierenden Anbietern ökologischen Stroms, den Elektrizitätswerken Schönau und der Naturstrom AG konnten Kooperationsvereinbarungen geschlossen werden. Die REINSTROM ArbeitsGemeinschaft wirbt Kunden für grünen Strom aus der Region Göttingen, die mit einem der Kooperationspartner Lieferverträge abschließen. Die im Strompreis enthaltenen Fördercents pro kWh fließen direkt nach Göttingen zurück, um dort neue Projekte, die von der REINSTROM ArbeitsGemeinschaft ausgewählt und betreut werden, zu fördern.

Die über 500 Privathaushalte und Gewerbebetriebe, die unser Projekt als Kunden unterstützen, ermöglichen uns die Förderung von vier Photovaltaikanlagen sowie dreier Blockheizkraftwerke. Und mit jedem neuen Kunden können wir unsere Förderaktivitäten intensivieren und neue Anlagen auf den Weg bringen!

Wenn auch Sie Interesse an einer sauberen Umwelt hier und anderswo haben,
wenn auch Sie wissen wollen, woher Ihr Strom kommt und wie er produziert wird,
wenn auch Sie sich für die Energiewende in und um Göttingen engagieren und neue Projekte auf den Weg bringen wollen,

dann werden Sie Kunde, unterstützen uns mit einer Spende oder werden Sie Fördermitglied!



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Die graphische Gestaltung durch Dipl.-Geogr. Grit Büttner, Dipl.-Ing. (FH) Kathleen Langner und Dipl.-Ing. Marion Putz erfolgte am Institut für allgemeine und angewandte Ökologie e.V. Hardegsen.